
Familienstellen
Unsere Familie prägt uns tief – oft weit mehr, als uns bewusst ist. Emotionale Muster, unbewusste Loyalitäten und ungelöste Konflikte aus vergangenen Generationen können sich in unserem eigenen Leben widerspiegeln und sich in Beziehungen, Gesundheit oder beruflichem Erfolg zeigen.
Das systemische Familienstellen, entwickelt von Bert Hellinger, ist eine Methode, um diese oft verborgenen Dynamiken sichtbar zu machen und aufzulösen. Es ermöglicht, unbewusste Verstrickungen zu erkennen und den eigenen Platz in der Familie und im Leben neu zu finden.
Das Familiensystem – Warum die Vergangenheit in uns weiterlebt
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Jeder Mensch ist Teil eines größeren Systems: seiner Familie. In diesem System wirken unsichtbare Bindungen, unbewusste Muster und tief verankerte Glaubenssätze, die über Generationen hinweg weitergegeben werden.
Typische Dynamiken in Familiensystemen sind:
✔ Verstrickungen – Unbewusste Identifikation mit einem Vorfahren oder einem tragischen Schicksal in der Familie
✔ Übernommene Schuld oder Verantwortung – Das Gefühl, für das Leid anderer Familienmitglieder aufkommen zu müssen
✔ Ausschluss & Tabus – Menschen oder Ereignisse, die aus dem Familiengedächtnis „verbannt“ wurden, wirken dennoch im System weiter
✔ Eltern-Kind-Rollen-Umkehr – Wenn Kinder für das emotionale Wohl der Eltern sorgen müssen, anstatt selbst Unterstützung zu erhalten
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Was ist systemisches Familienstellen?
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Das Familienstellen ist eine Methode, um tief verborgene Dynamiken in Familien- oder Beziehungssystemen sichtbar zu machen. Dies geschieht meist in einer Gruppe, kann aber auch in Einzelarbeit erfolgen.
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Wie funktioniert eine Familienaufstellung?
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Ein Thema wird gewählt – z. B. wiederkehrende Beziehungskonflikte, emotionale Blockaden oder gesundheitliche Probleme.
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Stellvertreter repräsentieren Familienmitglieder – In einer Gruppe werden Personen intuitiv für wichtige Familienmitglieder oder Aspekte des Problems aufgestellt.
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Unbewusste Muster werden sichtbar – Durch die Positionierung und die empfundenen Emotionen der Stellvertreter offenbaren sich Dynamiken, die oft tief im Unbewussten verborgen sind.
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Lösung & Integration – Durch bewusste Neuausrichtung, Anerkennung und heilende Sätze kann eine neue Ordnung entstehen.
Die Grundprinzipien von Bert Hellinger
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Bert Hellinger, der Begründer des Familienstellens, identifizierte drei grundlegende Prinzipien, die in jedem Familiensystem wirken:
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1. Die Zugehörigkeit (Ordnung der Liebe)
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Jedes Familienmitglied hat ein natürliches Recht auf Zugehörigkeit – niemand darf ausgeschlossen oder vergessen werden, ohne dass das System leidet.
Wenn jemand aus der Familie „ausgeschlossen“ wird (z. B. durch Verleugnung, Schweigen oder Schuldzuweisung), übernimmt oft ein späteres Familienmitglied unbewusst dessen Schicksal.
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âž¡ Lösung: Denjenigen anerkennen, die zuvor übersehen oder verstoßen wurden.
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2. Die Ordnung (Hierarchie im System)
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In einem gesunden System hat jeder seinen natürlichen Platz. Eltern sind Eltern, Kinder sind Kinder.
Wenn Kinder versuchen, das Leid oder die Verantwortung der Eltern zu übernehmen, führt dies oft zu innerer Überforderung und Blockaden im eigenen Leben.
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âž¡ Lösung: Den Eltern ihren Platz lassen, die eigene Rolle als Kind anerkennen und sich von übernommener Last befreien.
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3. Das Gleichgewicht von Geben und Nehmen
In gesunden Beziehungen besteht ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. Wenn ein Partner dauerhaft mehr gibt oder nimmt, entsteht eine Unwucht, die die Beziehung belastet.
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âž¡ Lösung: Schuldgefühle oder Abhängigkeiten auflösen und eine gesunde Balance im Geben und Nehmen finden.
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Für wen ist systemisches Familienstellen geeignet?
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✔ Menschen, die immer wieder ähnliche Beziehungsprobleme erleben
✔ Personen mit emotionalen Blockaden oder Ängsten, die keinen erkennbaren Ursprung haben
✔ Menschen, die sich unbewusst für das Leid anderer verantwortlich fühlen
✔ Personen mit familiären Konflikten oder belastender Familiengeschichte
✔ Menschen mit psychosomatischen Beschwerden, die nicht allein körperlich erklärbar sind
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Kritik & Weiterentwicklung
Während das klassische Familienstellen nach Bert Hellinger in der Vergangenheit oft als rigide oder autoritär kritisiert wurde, haben sich moderne Formen entwickelt, die sanfter, klientenzentrierter und therapeutisch fundierter sind.
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Es gibt inzwischen viele differenzierte, traumainformierte und individuelle Ansätze, die das Familienstellen weiterentwickelt haben, darunter:
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Trauma-informiertes Aufstellen (z. B. mit Somatic Experiencing oder Polyvagal-Theorie)
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Systemische Therapie mit Einbeziehung von Familienmustern
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Aufstellungen für Organisationen, Beziehungen oder persönliche Themen
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Heilung bedeutet nicht, die Vergangenheit zu leugnen – sondern sie bewusst anzuerkennen und den eigenen Platz im Leben neu zu finden.
Gisela von Marxen & Gunter von Stritzky
In meiner systemischen und familienstellenden Perspektive wurde ich maßgeblich von Gisela Marxen-von Stritzky und Gunter von Stritzky begleitet und geprägt.
Jahrelang habe ich ihre Aufstellungen besucht und an den Ausbildungswochenenden teilgenommen. Gunter von Stritzky danke ich aus tiefstem Herzen für die persönliche Begleitung. Nach dem Tod meines Vaters und dem beruflichen wie privaten Umbruch stand er viele Jahre, teils wöchentlich mehrere Stunden in psychologischer, freundschaftlicher und supervisorischer Unterstützung an meiner Seite.
Gisela Marxen-von Stritzky und Gunter von Stritzky begleitet und geprägt sind renommierte Therapeuten und Künstler mit Sitz in Darmstadt. Sie bieten psychologische, systemische und spirituelle Begleitung sowie Supervision an. Gisela Marxen-von Stritzky ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und praktiziert in der Schillerstraße 5 in Darmstadt.
Gunter von Stritzky ist Therapeut und Künstler, bekannt als Autor des Theaterstücks "Dreiunddreißig" und Gründer des Kulturnetzwerks GG&G (Gemeinsam Gestalten und Genießen).
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Ihre Arbeit umfasst unter anderem die Leitung von Kursen zur systemischen Familienaufstellung, in denen sie Teilnehmer dabei unterstützen, familiäre Dynamiken zu erkennen und zu transformieren. Sie bieten zudem Supervision und persönliche Weiterentwicklung an, wobei sie einen integrativen Ansatz verfolgen, der sowohl psychologische als auch spirituelle Aspekte berücksichtigt.
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Gunter von Stritzky engagiert sich auch künstlerisch und ist im Vorstand der Stiftung Friedensmal tätig, die sich der Förderung von Kunst und Kultur widmet, um seelische Heilungsprozesse und den Frieden in der Gesellschaft zu fördern.
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Durch ihre vielfältigen Tätigkeiten tragen Gisela und Gunter von Stritzky maßgeblich zur therapeutischen und kulturellen Landschaft in Darmstadt bei.